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Buchtipp

Friday, May 21, 2010 - 19:01 haimerl@drexler...

In der letzten Ausgabe des DP MAGZIN haben wir bereits einige Aufnahmen des in Nürnberg lebenden Fotografen Christian Höhn www.christianhoehn.de abgedruckt. Nun widmet die Galerie LandskronSchneidzik www.galerie-ls.de eine Ausstellung dem Thema "Urbane Welten – Architekturen und Megacities" und zeigt dabei großformatige Aufnahmen aus der Serie MEGACITIES,für die Christian Höhn seit 2006 die wichtigsten Metropolen der Welt bereist.

Aufgrund des großen Besucherinteresses wurde die Ausstellung nun verlängert.

UNSERE MEINUNG: unbedingt sehenswert, denn insbesondere auch die Gegenüberstellung mit den Bildern des Fotografen Günther Derleth, führt zu einem spannungsreichen fotografischen Diskurs zum Thema Stadt- und Siedlungsstruktur

Pressetext:
Urbane Welten – Architekturen und Megacities

Zwei deutsche Fotografen – ein internationales Thema: der urbane Umraum. Und doch können Fotografien mit vermeintlich identischer topographischer Thematik unterschiedlicher nicht sein.

Auf der einen Seite Christian Höhn, der die Stadtkulissen nach akribischer Recherche inszeniert und monumentalisiert. Das Ergebnis sind Ansichten aus verschiedenen Zentren von Weltmetropolen, die er im Laufe der letzten Jahre bereist hat. Sie zeigen in kristallklarem Perfektionismus die durchgestylte Wirklichkeit einer fortschritts- und technikgläubigen Gesellschaft, die Schein, Stil und Design zur zentralen Maxime erhebt. Diese Zielrichtung greift Höhn in seinen Arbeiten auf und übersteigert durch gezielte Farbnuancierungen und Blickwinkel jene cleane und klare Ästhetik, der man sich nicht entziehen kann. Unterstrichen wird seine Sichtweise durch die Mittel der modernen Fotografie, mit Hilfe der Digitalisierung und Bildbearbeitung. Dennoch handelt es sich um authentische Abbilder.

Eine völlig andere Herangehensweise hat Günter Derleth, der Details andalusischer Dorfstrukturen zum zentralen Motiv seiner Bilderserie macht. Er widmet sich den gewachsenen Architekturen, die an die Bedürfnisse der dort lebenden Menschen angepasst wurden und keine Ansprüche an Formvollendung und Design stellen. Er zeigt karge, zuweilen auch ärmlich anmutende Elemente, die aber aufgrund ihrer Unmittelbarkeit und Ursprünglichkeit aus einer anderen Zeit zu entspringen scheinen. Eine gewisse Sentimentalität über eine heute vielfach verlorene Idylle und Orientierung an den Erfordernissen der Bewohner dringt aus diesen Fotografien. Die Besinnung auf Althergebrachtes wird unterstützt durch die Technik der Lochkamerafotografie, die am Anfang der Entwicklung des Mediums stand. So entsteht eine äußerst ästhetische und stimmige Einheit inhaltlicher und formaler Elemente.
Dennoch haben alle gezeigten Werke wesentlich mehr gemeinsam, als man auf den ersten Blick erkennt: alle sind völlig menschenleer und doch drücken sie Elementares über die Menschen aus, die in den Umräumen leben, machen sie präsent. Der Betrachter zieht unwillkürlich Rückschlüsse auf die Bewohner, ihre Befindlichkeiten, Bedürfnisse, Ängste, indem er sich selbst in die jeweilige Topographie hineindenkt und sie auf ihre Bewohnbarkeit untersucht – gerade provoziert durch die extreme Gegensätzlichkeit der Motive.
So wird – obwohl unsichtbar – der Mensch sowie die Frage nach seiner Lebensideologie zum eigentlichen Thema.

LS LandskronSchneidzik Galerie und Kunstagentur
Deutschherrnstraße 15-19
90429 Nürnberg
Tel.: 0911-30835495 (mit Vorwahl)
0170-4218914 * 0173-5825688
mail to: info@galerie-ls.de
www.galerie-ls.de